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Tomaten

 

Botanisch gesehen gehört die Tomate zu den Beeren. Die Tomate ist also aus botanischer Sicht eine Frucht und kein Gemüse, wie oft fälschlicherweise behauptet wird. Die Pflanze gehört wie die Kartoffelpflanze zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Die Gattung mit der lateinischen Bezeichnung Lycopersicon umfasst neun Arten. Man zählt inzwischen etwa 1000 Sorten (manchmal werden auch 3000 angegeben), wobei auch gentechnisch veränderte Sorten eingeschlossen sind.

In den Tropen können die strauchartigen oder kriechenden Pflanzen als zweijährige Pflanzen angebaut werden. In unseren Breitengraden fehlen dazu Sonnenlicht und Wärme, so dass man nur einjährige Pflanzen zieht.

Tomaten zählen im Garten zu einer der beliebtesten und oft angebauten Frucht. Damit der Anbau gelingt haben wir hier einige wichtige Punkte zum Thema Tomatenanbau zusammengestellt.

Tomate ist nicht gleich Tomate  

Eine große Sortenauswahl wie Strauch-, Fleisch-, Melonen-, Kirsch-, Cocktail- und Flaschentomaten erlauben je nach Verwendungszweck  und Geschmack die geeignete Sorte anzubauen. Als fruchtig-süße Naschtomaten eignen sich runde oder pflaumenförmige Kirschtomaten wie "Sweet Million" oder "Dasher". "Philovita" gehört zu den wenigen Sorten, die der Kraut- und Braunfäule einen ganzen Sommer lang trotzt und "Orangino" liefert unzählige knallorange Früchte mit ausgeprägtem Aroma. Bei den festen saft- und kernarmen Flaschen- oder Fleischtomaten sind die Sorten "Myro", "Agro" und "Corianne" sehr beliebt.  Melonentomaten können Früchte bis zu 250 g. bekommen, die auch beim Schneiden kaum Saft verlieren.

Mittlerweile gibt es Jungpflanzen vieler Sorten veredelt im Angebot. Die auf einer stark wachsenden Wildtomate veredelte Pflanze liefert bis zu 60% mehr Früchte und eignet sich vor allem für den Anbau auf Balkon, Terrasse oder im Gewächshaus. Nachteil allerdings ist, das die Früchte zum Platzen neigen. Eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung ist sehr wichtig.

Krankheiten

Die gefährlichste Tomatenkrankheit ist die Kraut- und Braunfäule. Sie wird durch einen Pilz verursacht. Nasse Blätter, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen unter 18°C begünstigen den Befall. Ist die Infektion erst einmal erfolgt, läßt sich die Erkrankung kaum mehr stoppen. Bereits bei der Pflanzenauswahl sollten wir darauf achten, dass die Pflanze gegen Kraut- und Braunfäule resistent ist. Im Garten ist der beste Schutz gegen die Krankheit ein spezielles Tomatenhaus mit 3 geschlossenen Seiten  und Schutzdach. Ein Tomatenhaus gibt es in verschiedenen Größen fertig im Handel zu kaufen oder aber man kann es mit einigen Dachlatten und UV-beständiger Folie auch leicht selbst bauen. Wichtig ist, das die offene Seite von der Wetterseite abgewandt ist. Rundum geschlossene Häuser sind nicht zu empfehlen, da sich hier bei wechselnden Temperaturen unter der Folie Schwitzwasser bildet, was den Pilzbefall wieder begünstigen würde.

Beispiel eines Tomatenhauses Marke Eigenbau

 

Standort und Versorgung

Die Tomaten gehören an den wärmsten Platz im Garten. Ideal sind Standorte vor Südwänden, da hier die Sonnenwärme zurückstrahlen kann. Tomaten brauchen viele Nährstoffe. Ab Beginn der Blütenbildung wird alle 14 Tage mit einem kalireichen Tomatendünger oder mit selbst hergestellter Brennnessel- oder Beinwelljauche gedüngt. Beim Gießen darauf achten,  dass der Boden nie austrocknet.  Überdachte Tomaten regelmäßig gießen, in heißen Perioden ein- bis zweimal täglich. Am besten gießen wir am frühen Morgen. Solange die Erde noch kühl ist, sollten wir temperiertes Wasser nehmen.

Wichtig ist auch ein nährstoffreicher Boden. Eine Kompostgabe von 3-5 l/m² beim Pflanzen sichert die Grundversorgung und verbessert den Humushaushalt des Bodens. Bei jährlichem Anbau ist ein Standortwechsel wichig. Stehen Tomaten Jahr für Jahr an derselben Stelle, können sich Bodenschädlinge wie Wurzelälchen und Erreger der Korkwurzelkrankheit stark vermehren.  Beim Auspflanzen warten wir bis sich der Boden auf mindestens 18-20°C erwärmt hat und die Gefahr von Spätfrösten vorüber ist. Der Pflanzabstand beträgt 60 cm, bei der Pflanzung in Doppelreihen gilt: Reihenabstand 100 cm, Pflanzabstand 40-50cm.  Die Tomaten werden so tief gepflanzt, dass der Wurzelballen 5 cm unter der Erde liegt. Dann bilden die Pflanzen auch an der Stängelbasis Wurzeln und können mehr Wasser und Nährstoffe  aufnehmen. Mit Ausnahme  der Buschtomaten brauchen alle Tomaten eine Rankhilfe. Praktisch und leicht zu reinigen sind Spiralstäbe aus Edelstahl oder Aluminium.

Sehr wichtig ist ein regelmäßiges "Ausgeizen" der Tomaten. Dabei werden wöchentlich alles Seitentriebe in den Blattachseln durch Ausbrechen entfernt.

Nachbarn

Tomaten sind gute Nachbarn für andere Pflanzen. So gedeihen z. B. Karotten, Radieschen, Spinat und Kohl prima in ihrer Nähe. Man vermutet, dass der Geruch der Tomatenblätter Schädlinge vertreibt. Nicht zu empfehlen sind Kartoffeln, Erbsen und Fenchel.