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2012

Rosenmonat

Die Angelsachsen gaben dem Juni den Namen "Weyd-Monat", wahrscheinlich weil im Juni zuerst das Vieh auf die Weide getrieben wurde.

 

Soll gedeihen Korn und Wein,

muss sehr warm der Juni sein!

(Bauernregel)

Der Garten im Juni

Wer mit offenen Augen durch seinen Garten geht, wird immer wieder feststellen, dass sich viele Schädlinge ausgebreitet haben. In manchen Jahren treten ganze Kolonien von Blattläusen, Ameisen oder Raupen auf. Aber nicht nur Tiere, sondern auch Pilze, Bakterien und Viren verursachen viele Pflanzenkrankheiten. Wir brauchen viel Fingerspitzengefühl, um mit der richtigen Dosis an Schädlingsbekämpfungsmitteln die entsprechende Wirkung zu erzielen.

Hier die wichtigsten Schädlinge und wie man sie bekämpfen kann:

Blattläuse findet man im Ziergarten besonders an Rosen, Margeriten und Kübelpflanzen. Sie saugen an Stängeln und Blättern und die Pflanzen verkümmern. Als erste Hilfe versucht man, die Schädlinge mit Hausmitteln einzudämmen. Eine schwache Lauge aus grüner Seife oder Schmierseife mit einem Schuss Spiritus wird auf die befallenenen Pflanzen gesprüht. Nach einiger Zeit gehen die Läuse kaputt. Woll-Läuse sitzen meistens in den Blattachseln oder in der Blumenerde. Sie werden ebenfalls mit der Seifenlaugenmischung besprüht. Auch ein scharfer Wasserstrahl wirkt oft schon Wunder, natürlich dürfen wir dabei die Pflanze nicht verletzen.

Schildläuse sind besonders hartnäckig. Man reibt die befallenen Blätter und Stängel mit Rapsöl-Präparaten ein. Diese bewirken, dass die Schildläuse ersticken und eintrocknen. Gegen die Weiße Fliege im Wintergarten oder Gewächshaus hilft  das Aufhängen von Gelbtafeln. Sie sind mit einer klebrigen Masse bestrichen, an denen die Fliegen hängen bleiben. Gelbsticker benutzt man zur Bekämpfung der Weißen Fliege, wenn einzelne Pflanzen, beispielsweise im Topf, befallen sind.

Helfen Hausmittel nicht und die Schädlinge vermehren sich zusehends, so bleibt nur der Griff zu umweltfreundlichen, für Nützlinge und Bienen unschädliche Chemikalien. Im Fachhandel bekommt man eine umfassende Erklärung über Mittel und deren Gebrauch. Im biologischen Gartenbau werden verstärkt Nützlinge eingesetzt. Zu ihnen gehören vor allem der Marienkäfer, die Schlupfwespe, die Florfliege, die Raubmilbe oder die Spinne. Diese vertilgen täglich große Mengen an Schädlingen und schädigen die Umwelt nicht. Für die Eindämmung  von Schnecken, Würmern oder Larven sorgt der Igel, nicht zu vergessen auch die vielen Vögel, die das ganze Jahr über auf Nahrungssuche sind. Um die vielen Nützlinge zu schützen, ist es wichtig, nur giftfreie Schädlingsbekämpfungsmittel einzusetzen.

Pilzkrankheiten wie Mehltau, Grauschimmel oder Krautfäule entstehen meist bei feuchtwarmer Witterung. Man bekämpft sie, wie die tierischen Schädlinge, mit biologisch abbaubaren Mitteln oder durch radikales Abschneiden der befallenen Blätter und Zweige.

Schleifenblume und andere Polsterstauden jetzt zurückschneiden

Die weißen Blüten der Schleifenblume (Iberis sempervirens) blühen ab März bis meistens Anfang Juni. Nach der Blüte sollte man die Schleifenblume um ein Drittel zurückschneiden. Das gleiche gilt für Steinkraut (Alyssum), Polsterphlox (Phlox subulata) und Hornkraut (Cerastium). Ältere Stauden, die langsam verkahlen, gräbt man am besten aus, teilt sie und pflanzt sie wieder frisch ein.

Vermehren von Lupinen       

 

Werden Lupinen über Stecklinge vermehrt, tragen die Nachkommen die gleiche Farbe. Man schneidet dazu 5-10 cm lange junge Triebe von der Pflanzenbasis ab und entfernt alle Blätter bis auf die obersten ein oder zwei. Damit die weichen Triebe nicht faulen, steckt man sie in lockeres Substrat, zum Beispiel Blähton, in Töpfe. Die Stecklinge zur Hälfte versenken und bei gleichmäßiger Feuchtigkeit warm, aber nicht vollsonnig, platzieren. Nach vier bis sechs Wochen kann man dann die bewurzelten Stecklinge einzeln in Topferde pflanzen, ab und an gießen und nach weiteren sechs Wochen ins Beet pflanzen.

Kübelpflanzen

Durch den langen Winter setzen viele Kübelpflanzen verspätet Blüten an. Höhere Dünger- u. Wassergaben beschleunigen den Blühbeginn nicht - im Gegenteil! Überreich gedüngte Pflanzen wachsen zwar rascher, setzen aber weniger Blüten an und zuviel Wasser lässt die Wurzeln faulen. Richtig ist eine möglichst gleichmäßige Pflege und ein geschützter Standort ohne starke Hitze, Wind oder Nässe. Weitere Infos und Tipps zum Thema Kübelpflanzen findet Ihr auf unseren speziellen Seite KÜBELPFLANZEN.

 

Lange Triebe am Enzianstrauch

Damit die Krone des Enzianstrauchs (Lycianthes rantonetii) kompakt bleibt, sollte man ihn regelmäßig zurückschneiden. Der erste Rückschnitt erfolgt bereits im Frühjahr, wenn die Pflanze aus dem Winterquartier kommt. Alle Triebe werden auf 15 cm zurückgeschnitten. Werden die Triebe während der Blütensaison zu lang, kann man sie problemlos mit der Rosenschere abschneiden, so dass die Kugelform erhalten bleibt. Durch das Schneiden regen wir die Seitentriebbildung an, dadurch erreichen wir auch mehr Blüten, die an den Triebspitzen sitzen. Ein Düngen nach dem Schnitt sollten wir nicht vergessen.

 

Umpflanztrick bei Engelstrompeten

Zu einer der beliebtesten Kübelpflanze zählt die Engelstrompete. Um gut gedeihen und blühen zu können, braucht die Engelstrompete einen großen Topf, um genügend Wasser aufnehmen zu können. Das dadurch erschwerte Einräumen der Pflanze ins Winterquartier kann durch folgenden Trick vereinfacht werden:

Statt eines großen Kübels kann man die Pflanze auch in 2 unterschiedlich große Kübel stellen. Ein stabiler Mörteleimer dient als ständiges Behältnis. Er sollte aber mindestens so groß sein wie der alte Kübel. In den Boden bohren wir mehrere fingerdicke Abzugslöcher. In die Eimerwand schneiden wir  in 2 Reihen versetzt größere Öffnungen mit einem Durchmesser von ca 5 cm. Die Pflanze samt dem Eimer stellen wir in einen größeren Kübel (Achtung: Auf Wasserabzugslöcher im Boden achten). Die Zwischenräume füllen wir mit frischer Erde auf. Während der Wachstumszeit im Sommer wachsen die Wurzeln durch die Öffnungen des Mörteleimers in die frische Erde. Im Herbst nehmen wir den Eimer samt Pflanze aus dem großen Kübel heraus, kappen die aus den Löchern gewachsenen Wurzeln und packen in ihn Folie. So können wir die ohne den schweren Kübel "erleichterte" Pflanze gut ins Winterquartier stellen. Im Frühjahr setzen wir die Pflanze samt Eimer wieder in den großen Kübel und füllen mit Erde auf. So ersparen wir uns außerdem noch das alljährliche Umpflanzen.

Nicht jedes Gemüse braucht viel Wasser

Gemüsepflanzen wurzeln unterschiedlich tief. Kopfsalat gehört zu den Flachwurzlern und bildet in den oberen Bodenschichten ein dicht verzweigtes, etwa 20cm tief reichendes Wurzelsystem. Vorsicht beim Hacken und Jäten! Kohl und Bohnen entwickeln die meisten Wurzeln in 40 - 50 cm Tiefe. Spargel und Tomaten dringen mit ihren Wurzeln bis in 120 cm Tiefe vor. Weil die oberen Bodenschichten schneller austrocknen, müssen Flachwurzler häufiger gegossen werden. Bei den Mitteltief- u. Tiefwurzlern sind weniger Wassergaben erforderlich. Wichtig ist aber, dass das Gießwasser bis in die Hauptwurzelzone durchdringt (etwas 10-15 Liter pro Quadratmeter). Extra-Düngergaben für die Mitteltief- u. Tiefwurzler am besten in flüssiger Form über das Giesswasser verabreichen. So kommen die Nährstoffe schneller in die unteren Bodenschichten.

Flachwurzler

Mittelltiefwurzler

Tiefwurzler

0-20cm Wurzeltiefe

0-40 cm Wurzeltiefe

0-120 cm Wurzeltiefe

Sellerie, Mais, Endivie, Kopfsalat, Porree, Petersilie, Zwiebel, Radieschen, Spinat

Kohlarten, Bohne, Möhre, Gurke, Erbse, Paprika, Speiserübe

Spargel, Pastinake, Kürbis, Tomate, Melone, Artischocke, Rote Bete

 

 

Regelmäßiger Schnitt nicht nur bei den Sträuchern.

 

Auch die Blumenbeete sollten regelmäßig kontrolliert und ausgeputzt werden. Als erstes werden starkwüchsige Pflanzen, die ihre Nachbarn zu verdrängen drohen, gezähmt und zurückgeschnitten. Pflanzen, die sich durch Wurzelausläufer vermehren, werden mit dem Spaten umstochen. Beim Durchforsten der Beete werden auch krankhafte und schadhafte Blätter und Blüten entfernt. Somit beugen wir Pflanzenkrankheiten vor und halten die Pflanzen gesund.

Schneidet man Rittersporn (Delphinum), Feinstrahl (Erigeron) oder Katzenminze (Nepeta) nach der Hauptblüte kräftig zurück, blühen sie im Hochsommer ein zweites Mal.

Gleichzeitig widmen wir uns den Unkräutern, die zwischen den Stauden hervorkommen. Zwischen den Stauden mit flach verlaufenden Wurzeln bleibt uns meistens nur ein Jäten von Hand. Am besten ist es, wenn wir die Unkräuter, die sich durch Samen vermehren, bereits vor der Blüte erwischen. Größere Flächen konnen wir mit der Hacke bearbeiten. Dadurch lockern wir gleichzeitig den Boden. Der sehr hartnäckige Giersch, der sich durch Wurzelausläufer vermehrt, muss behutsam und gründlich bekämpft werden. Am besten man sticht die Pflanzen aus und versucht sämtliche Wurzeln zu entfernen. Jedes kleine Teilstück der Wurzeln treibt wieder neu aus.

Wir können auch eine ca 5 cm starke Mulchschicht aus Rindenmulch aufbringen. Dadurch wir das Aufkommen der Unkräuter eingedämmt und gleichzeitig wird der Boden vor Verdichten und Austrocknen geschützt. Bei Jungpflanzen sollten wir aber mit dem Rindenmulch vorsichtig sein, die darin enthaltenen Gerbstoffe wirken wachstumshemmend.

Apfelbäume wässern

Äpfel benötigen deutlich mehr Wasser als andere Obstbäume. Nach Hitzeperioden werfen viele Sorten einen Teil ihrer Früchte ab. Bei den Winteräpfeln leidet der Geschmack und die Äpfel sind nicht so lange lagerfähig. Eine Faustregel fürs Wässern: Lieber einmal wöchentlich richtig wässern als häufig und dabei zu wenig. Nach dem Wässern sollte der Boden im Wurzelbereich min. 20 cm tief durchfeuchtet sein. Kleine Wassergaben dringen nicht bis in die Hauptwurzelzone vor und verdunsten eher in der Sonne, als das es dem Baum zugute kommt.

 

Äpfel und Pflaumen regulieren ihren Fruchtbehang oft selbst und werfen daher einen Teil ihrer Früchte ab (Junifruchtfall). Die heruntergefallenen Früchte können allerdings mit Maden befallen sein. Deshalb regelmäßig die Früchte und Blätter aufsammeln.

Der immerwährende Kalender im Juni

1. Woche

2. Woche

3. Woche

4.Woche

Dill, Kerbel und Kresse säen

Seitentriebe von Tomaten ausbrechen

Rasen mähen, bei feuchter Witterung düngen

Erdbeeren und Johannisbeeren ernten

Abgeerntete Beete neu bepflanzen

Bohnen und Erbsen anhäufeln

Himbeeren nach der Blüte düngen

Zweijährige Sommerblumen aussäen

Tomatenpflanzen im Gewächshaus regelmäßig schütteln (Bestäubung)

Dürre Spitzen bei Kirschen abschneiden und verbrennen

Frisch gepflanzte Rosen kräftig wässern

Verblühtes vom Flieder entfernen

Zimmerpflanzen düngen

Mehltau an Begonien, Chrysanthemen und Waldreben bekämpfen

Dahlien aufbinden und eventuell leicht zurückschneiden

Gartenabfälle zerkleinern und kompostieren

Was blüht jetzt?

Weigela x Hybride 'Eva Rathke'

Salvia nemerosa 'Ostfriesland' im Blauen Beet

Die Clematis blüht im Wilden Wein

Die Flamingo-Weide mit leuchtend-rosa Austrieben

+++Termine 2012+++Termine 2012+++Termine 2012+++

Die Termine für 2012 werden rechtzeitig aktualisiert.